Kirchengeschichte 

Wenceslaikirche

Stadtbildprägende Pfarrkirche St. Wenceslai auf dem Sperlingsberg. Daß sie als Stadtkirche vor den Mauern lag, bleibt eine einmalige Besonderheit; deshalb auch bei Schöttgen (1717) überlieferte Redensart: ,,Wenn die Wurzener in die Kirche gehen sollen, so laufen sie zum Tor hinaus".

Als Hauptkirche hat sie die ältere Jacobskirche abgelöst, die um 1340 nur noch ein ,,vicarius" geistlich versorgt, ,,qui superius in monte curam gerit" (ein Vikar, der weiter oben auf dem Berg Dienst tut).

Mitte 13. Jh. gegründet,  1275 erstmals urkundlich genannt, 1340 dem Wurzener Kollegiatstift ,,einverleibt", d.h. Dienste und Einkünfte an St. Wenceslai fielen den Domherren zu. Die jetzige Kirche stammt im wesentlichen aus dem Anfang des 16. Jh. Sie ist eine spätgotische Hallenkirche (vierjochiges-Langhaus mit achteckigen Pfeilern).
Der mächtige quadratische Westturm trägt noch bei Dilich 1628 ein Satteldach.
1637 Zerstörung der Kirche in der Kreuz- und Marterwoche.
Wiederaufbau 1663 bis 1673.
Der Turm erhielt 1689 die barocke Haube.
Die Kassettendecke von 1673 ist 1926 neu bemalt worden.
Die Barockausstattung wurde 1873/74 beseitigt.

Wiederholte bauliche Erneuerungen, grundlegend die in den 70er und 80er Jahren des 20. Jh. Trennung des Chors vom Langhaus durch das Einziehen einer Wand. Umwandlung des Chors in einen Gemeinderaum für Gottesdienste und Konzerte.Sanierung des Turmes 1995/96. Die Sanierung des Langhauses zum Teil abgeschlossen.

Bis 1911 war der Turm mit einem städtischen Türmer besetzt, der für den Feueralarm zuständig war. Dieses Amt fiel durch den Einbau einer städtischen Uhr und durch verbesserte Feuermeldetechnik weg.


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